Die Forscherwerkstatt

Ein echtes Highlight der Grundschule im Schuldorf ist die FORSCHERWERKSTATT.  ForscherwerkstattDieses noch recht junge Konzept eines handlungsorientierten Sachunterrichts wurde von Christa Bauer entwickelt, die auch die treibende Kraft bei der Installation und Betreuung der Werkstatt war. Unterstützt durch Mittel des Fördervereins hat die Schule gemeinsam mit Frau Bauer im vergangenen Jahr eine komplette FORSCHERWERKSTATT eingerichtet und nach und nach alle Lehrer angeleitet, wie sie die Werkstatt benutzen und in ihren Unterricht integrieren können.

Zentraler Bestandteil der FORSCHERWERKSTATT sind die aufbereiteten ForscherkistenForscherwerkstatt, die den Kindern in einem ersten Schritt eine präzise Anleitung zum Experimentieren an die Hand geben, und dann unter anderem in Form von weiterführenden und vernetzenden Fragen, zur Weiterarbeit anregen.

Die Forscherkisten enthalten die für die Versuchsanordnung notwendigen Materialien, eine Versuchsanleitung und ein “Versuchsschild” das u.a. zur Identifizierung des Kisteninhalts dient. Die verwendeten Materialien und Arbeitsmittel sind unter den Aspekten thematische Relevanz, Aufforderungscharakter, Alltagsnähe, sichere und leichte Handhabung, Kosten, Verschleißresistenz, Wiederbeschaffbarkeit, ästhetische Anmutung, sinnliche Wahrnehmung und vielfältige Verwendbarkeit ausgewählt. Kriterien bei der thematischen Aufarbeitung sind der Schwierigkeitsgrad, der Zeitbedarf für verschiedene Altersgruppen, die “Spannungskurve” des Versuchs, der Alltagsbezug und das Ausschließen potentieller Gefahrenquellen.

ForscherwerkstattBesonders berücksichtigt bei der Entwicklung von Experimentiersystemen wurde das Feedback durch die Kinder. Außerdem werden auch Kinder angeregt eigene Forscherkisten zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Die Forscherkisten werden sowohl im Werkstattunterricht als auch als Vorführexperimente im “normalen” Unterricht genutzt.

Die FORSCHERWERKSTATT wird von Gruppen in Klassenstärke besucht. Ein Werkstattbesuch dauert für Kinder der ersten und zweiten Klasse in der Regel zwei Zeitstunden. Kinder der dritten und vierten Klassen haben häufig nur eine Doppelstunde zur Verfügung. “Forscher-Vormittage” in unregelmäßigen Abständen ergänzen das Angebot.

Fester Bestandteil des Ablaufs sind Anfangskreis, Experimentierphase, Vorbereitungszeit, Forscherrat

Forscherwerkstatt

(Präsentationskreis) und Aufräumphase. Da die Forscherkisten so aufbereitet und zusammengestellt sind, dass sie von den Kindern weitgehend selbständig bearbeitet werden, können sich LehrerInnen auf die Kinder konzentrieren, die Hilfe oder Anregungen benötigen. Die Kinder bestimmen Lerntempo und Lerntiefe selbst. Im “Forscherrat” am Ende einer Arbeitseinheit, werden die Versuchsaufbauten und Ergebnisse von den Kindern präsentiert und gemeinsam besprochen. Hier werden Verbindungen hergestellt, Fragen diskutiert und Planungen für weitere Experimente entworfen.

Nach dem “Forscherrat” räumen die Kinder selbstständig auf – auch dies ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichtskonzeptes und wird durch die “Werkstattregeln” geregelt. Im Verhältnis zur gängigen und sehr arbeitsintensiven Praxis einen bestimmten Versuch für eine ganze Klasse vorzubereiten und nach dem Experimentieren wieder wegzuräumen, ergibt sich eine erhebliche Entlastung. Dies führt nach unseren Erfahrungen dazu, dass Lehrerinnnen und Lehrer häufiger spontan mit ihren Klassen experimentieren und dies stärker in ihre Unterrichtsgestaltung einbeziehen.

ForscherwerkstattFür die Kinder, die seit letztem Jahr nun nach und nach in den Genuß einer “Forscherstunde” kommen, gab es kaum ein Halten.  “Superklasse”, “Spitzenmäßig”, “da will ich gleich morgen wieder rein”; so, oder zumindest so ähnlich waren die Äußerungen der Kleinen nach ihrem ersten Besuch. Auch nach den ersten Wiederholungen ebbt die Euphorie aber noch nicht ab, denn es gibt sooo wahnsinnig viel zu entdecken und auszuprobieren.

Kurzum, dieses Projekt ist ein voller Erfolg und steht somit immer im Fokus der “förderungswürdigen Projekte” an unserer Schule.

Dieser Text wurde teilweise zitiert nach C. Bauer, www.forscherwerkstatt.de, wo Sie auch weitere Informationen über die FORSCHERWERKSTATT und das Konzept finden.